Fünfer Radball wiederbelebt

SV Blau-Gelb Ehrenberg gewinnt Landesmeisterschaft in Gera vor dem RSV Stadtilm

Der Stadtilmer Fünfer musste sich Blau-Gelb Ehrenberg mit 2:4 geschlagen geben.

Gera. Die Überraschung ist ausgeblieben beim Turnier um die 5er-Radball-Landesmeisterschaft in Gera: Den Titel holte sich der hohe Favorit SV Blau Gelb Ehrenberg. Drei Spiele, drei Siege bei 16:2 Toren standen in der Bilanz.

Radball wird in der Region sonst nur im Zweier gespielt, allein deshalb war die Wiederkehr eines solchen Titelkampfes ungewöhnlich. Auch Geras Traditionsturnier wurde somit erst wiederbelebt; wobei die Männer von OTG 1902 fast nur Gastgeberrollen in der „Ossel“ spielten. Eine Ausnahme als Gast in den Reihen des RSV Stadtilm machte Bezirksligist Matthias Wostal. Mit drei Treffern war er am zweiten Rang der Südthüringer beteiligt.

Seine Suche nach Partnern aus Jena bzw. Langenwolschendorf für eine Gemeinschaft scheiterte zu diesem Wettkampftermin am Beginn der Winterferien. Aber die Radballszene zeigte mit dem Rendezvous der Fünfer etwas Aufbruchsstimmung an:

Im Herbst 2011 wurden in Erfurt die Deutschen Hallenradsport-Meisterschaften mit Kunstfahren und Radball ausgerichtet. Vielleicht erhoffte man sich noch etwas mehr Wirkung in der Öffentlichkeit. Fakt ist, beim Gothaer HRSV 1998 z.B. kam man wieder mehr auf den Geschmack. Sektionsleiter Conny Kanka berichtete in Gera vom neuen Vereinsturnier und von Bemühungen um Präsenz an Schulen. Die Gothaer stiegen in der Bezirksliga wieder ein und sie haben inzwischen eine Handvoll Jungs im Training. Auch der in Familientraditionen vorbelastete Michael Goerz orientierte sich von Eisenach zur Mithilfe dahin. Fünfer-Radball hatte er „ewig“ nicht gespielt. Als man sich jedoch auf eine Spielgemeinschaft mit zwei Stadtilmern einigen konnten, sagte er mit Neugier für den Wettstreit in Gera zu und wurde Dritter.

Auch OTG 1902 Gera, als Spitzenreiter ihrer Bezirksligastaffel auf Wiederaufstieg in die Zweier-Verbandsliga orientiert, könnte motiviert sein, Interesse am Hallenradsport zu wecken. Doch Gera muss den Neubegin suchen. Bei den Stadtilmern zum Beispiel spielen Kunstrad und Radball-Sport in einem Verein. Rund dreißig Leute sind dort am Ball. Ihr Team zum Fünfer-Titelkampf war durchaus darauf aus, dem SV Ehrenberg ein Schnippchen zu schlagen. Schließlich wusste man, dass dessen Erste am Samstag im Halbfinalturnier um den Deutschlandcup stand (Platz2) und das Team aus dem Altenburger Land eher durch einen Mix aus Oberligisten vertreten würde. Das machte es nur spannender.

Die Stadtilmer rückten in einer Art Endspiel den Favoriten bis zum 2:3 auf die Pelle, unterlagen aber doch 2:4. Ehrenbergs Maik Etzold wurde für sechs Treffer als Torschützenkönig ausgezeichnet. Und weiI man offenbar nun Spaß daran gefunden hatte, einigten sich alle, spontan noch eine inoffizielIe Rückrunde anzuhängen. Das Ergebnis bestätigte den Ausgang der Meisterschaft nochmals. Aber es blieb viel mehr Zeit für ein Miteinander.

Quelle und Foto: Thomas Triemner / 09.02.12/ OTZ